Die vierjährige deutsche Schäferhündin Lisa ist zum zweiten Mal im Tierheim. Sie kam damals im Frühjahr 2021 in keinem guten gesundheitlichen Zustand zu uns. Sie war sehr abgemagert. Eine Annährung dauerte einige Wochen, da sie sehr ängstlich war und keine Beißhemmung hatte. Zum Glück hatte sich dies, nachdem sie Vertrauen zum Menschen gefasst hatte, schnell gelegt und bald darauf fand sich ein Zuhause für sie. Es war ein gutes neues Zuhause, sie fasste schnell Vertrauen zu ihren neuen Besitzern, es gab viel Platz und vor allem war viel Zeit für sie vorhanden. Leider kam sie im Oktober 2022 dennoch zu uns zurück, da ihre Besitzer Lisa als problematisch wahrnahmen. Sie verbellte ankommende Besucher recht aggressiv und verließ wohl auch das Grundstück zweimal auf eigene Faust und so wuchs die Unsicherheit ihrer Menschen.

Zum Glück, hatte uns Lisa nicht vergessen, so war wenigstens der neuerliche Aufenthalt im Tierheim nicht ganz so stressbelastet wie normalerweise zu Beginn bei Neuankömmlingen. Wir mussten also nicht bei Null anfangen und sie war immer noch die liebevolle Hündin, wie damals als wir sie das erste Mal abgaben. Das Lisa nach erneuter Vermittlung, vielleicht wieder ins Tierheim zurückkommt, wollen wir gern vermeiden. Wer sich für Lisa interessiert, muss sich bewusst sein, dass die Erziehung dieser jungen, sehr aktiven Hündin nicht in einigen Wochen erledigt ist, sondern es ein Leben lang eine gute Mischung aus liebevoller Konsequenz, artgerechter Beschäftigung und ganz viele Ruhe und Geduld bedarf.

Unsere Schäferhündin muss lernen Frust auszuhalten und sich auf ihren Menschen zu konzentrieren. Diese wiederum müssen in der Lage sein, Lisa zur Ruhe bringen zu können. Auf keinen Fall sollte sie noch hochgepowert und ihre Triebigkeit gefördert werden. Sinnvoller wäre Kopfarbeit, wie z.B. beim Man Trailing, bei dem Lisa ruhig und strukturiert ausgelastet werden könnte.
Wir vermitteln Lisa nicht in einen Haushalt mit Kindern. Bei Hunden entscheidet die Sympathie. Von Katzen im Haushalt raten wir ab. Des Weiteren sollten Lisas künftige Besitzer nicht in Vollzeit berufstätig sein.
Potentielle Interessenten sollten sich eventuell auf ein längeres Kennenlernen mit der wunderschönen, aber recht misstrauischen Hündin einstellen.
Hundeerfahrung ist wünschenswert bzw. der Wille eine Hundeschule bei Bedarf zu besuchen. Standfestigkeit beim Gassi gehen ist auch von Nöten, da bei Lisa die Grundkommandos noch sehr wackelig sind und die Leinenführigkeit noch zu wünschen lässt.

Info: Tierbeschreibungen basieren auf Beobachtungen im Tierheim oder auf Informationen Dritter und stellen keine zugesicherten Eigenschaften dar.