Die vierjährige kastrierte Old English Bulldog Hündin Shiva (Schulterhöhe ca. 44 cm, KM 25 kg) kam als Privatabgabe zu uns. In ihrem vorherigen Zuhause kam es zu einem Vorfall mit einem im Haushalt lebenden Kind. Shiva wurde die Schuld daran zugeschrieben, aber wie so häufig ist mitnichten der Hund die Ursache. Dennoch waren wir auf alles gefasst, aber schnell war klar, dass Shiva kein Hund mit „Beschädigungsabsicht“ ist. Aggressionen sind in der Regel Ausdruck von Stress. Es gilt also im Nachhinein rauszufinden was hat Shiva so gestresst bzw. gestört, was natürlich schwierig ist, da keiner von uns in der Situation dabei war. Wir nehmen aber das Erzählte prinzipiell ernst und raten im neuen Zuhause von der Anwesenheit von Kindern ab. Auch wenn wir Shiva für sehr verträglich und freundlich Menschen gegenüber halten, wollen wir kein Risiko eingehen.
Shiva war in den ersten Tagen im Tierheim sehr ängstlich, was nicht ungewöhnlich ist, denn von jetzt auf gleich in eine völlig andere Umgebung, mit anderen Menschen, macht natürlich Angst. Zum Glück legte es sich recht schnell. Nachdem sie erst zu einer Person Vertrauen gefasst hatte, taute sie auch nach und nach bei allen anderen im Tierheim Beschäftigten auf. Fremden Menschen gegenüber ist sie immer noch recht zurückhaltend, ihre Scheu lässt aber immer mehr nach und kann inzwischen auch mit wechselnden Ausführern ohne Probleme spazieren gehen. Potentielle Interessenten sollten sich dennoch auf ein eventuell längeres Kennenlernen einstellen.
Auch auf der Straße zeigt sich Shiva oft in bestimmten Situationen noch sehr unsicher, wie zum Beispiel bei lauten Geräuschen oder sich ihr nähernden Fahrradfahrern.
Aus Sicherheitsgründen sollte der neue Besitzer daher Shiva bei neuen bzw. ihr unbekannten Situationen mit Maulkorb führen, schon allein um sich selbst sicher zu fühlen und entsprechend sicher dann auch agieren kann.
Wir selbst halten Shiva für eine ausgesprochen liebe Hündin, die unglaublich gern über die Wiese rennt und sich dabei regelrecht verausgabt.


Ein noch größeres Vergnügen bereitet ihr das Baden bzw. Schwimmen. Sie war im Sommer nicht zu halten, sobald sie eine Wasserwanne sah oder sie mitbekam, dass die Tür zum Badebecken offen war.

Sollte der neue Besitzer einen Teich besitzen und vermeiden möchte, dass die Teichbewohner regelmäßig ein „Whirlpool“ Erlebnis haben, sollte dieser gut geschützt sein. Aber auf jeden Fall würde man Shiva eine große Freude machen, wenn sie mit Schleppleine und unter Aufsicht in ein geeignetes Gewässer darf.
Mit Rüden ist Shiva sehr gut verträglich und kann gerne als Zweithund zu einem souveränen Rüden vermittelt werden. Hündinnen mag sie nicht, lässt sich aber beim Spazieren gehen problemlos an ihnen vorbeiführen, vorausgesetzt man überlässt nicht ihr die Führung.
Leider gehört Shiva zu den Rassen, bei welchen durch die Zucht gesundheitliche Probleme hervorgerufen wurden, nur um dem menschlichen Schönheitsideal zu entsprechen. An beiden Augen musste sie am sogenannten „Cherry Eye“ operiert werden, welches einen Nickhautdrüsenvorfall bezeichnet und für die Hunde eine schmerzhafte Augenerkrankung darstellt, welche im Vergleich mit anderen Rassen, häufiger bei kurzköpfigen Hunderassen auftritt. Rezidive sind aber sehr selten, so dass von neuerlichen Operationen nicht auszugehen ist.
Wir wünschen uns für Shiva ein ruhiges Umfeld, mit Besitzern welche viel Zeit für die agile Hündin aufbringen können und sie bei den Dingen, die für Shiva noch angsteinflößend sind, einfühlsam begleiten.

Info: Tierbeschreibungen basieren auf Beobachtungen im Tierheim oder auf Informationen Dritter und stellen keine zugesicherten Eigenschaften dar.